Bilanz der Ermittlungen

 

Wir hatten die Unterlagen seiner "Fliegenden Untertasse " nicht bekommen. Insofern war das Ergebnis der Ermittlungen negativ.

Ansonsten war die Bilanz der Zusammenarbeit mit BLKA und Polizei für uns äußerst positiv. Die operativen Maßnahmen gegen den Erfinder zeigten Wirkung. Es konnte von "großen sozialistischen Erfolgen" gesprochen werden.

Praktisch wurde gegen den Erfinder ermittelt, seitdem er in Bayern eintraf; trotzdem gelang es ihm, wie keinem Erfinder zuvor, unglaublich viele Betriebe für seine Erfindungen zu begeistern. Er war fähig, verschiedene Entwicklungen in mehreren Betrieben gleichzeitig anzuregen und zu leiten. Dies konnte nur mit Gewalt gestoppt werden; und es mußte schnell geschehen, sonst würde der Erfinder irgendwann unangreifbar werden. Ein Ermittlungsverfahren in einer geheimen Staatsschutzsache war genau das richtige Instrument dazu.

Der Erfinder war - genauso wie in der DDR - nun auch in der BRD auf die Schwarze Liste gesetzt worden, wodurch es ihm ein für allemal unmöglich geworden war, je wieder eine Arbeitsstelle zu bekommen. Dies überwand er aber, indem er bei den Betrieben ohne jegliches Gehalt - also ohne Anstellungsvertrag - also ohne Überprüfung an der Entwicklung seiner Erfindungen arbeitete.

Das deutsche Patentamt hatte die Bearbeitung seiner Erfindungen eingestellt, bzw. die Art und Weise der Bearbeitung so geändert, dass für den Erfinder außer Gebühren nichts mehr dabei herauskam.

Jeder, der etwas mit ihm zu tun hatte, wußte nun, dass er ein "Spion" sei - und so wurde er auch behandelt. Die Betriebe ließen alles fallen was seinen Namen trug. Niemand faßte seine Erfindungen mehr an - und so sollte es ja auch sein.

Die Maschinenfabrik in Berlin/Spandau brach nach einigem Zögern die Beziehung zu dem Erfinder ab, nachdem sich die Polizei wegen des Fluges nach Berlin bei der Firma erkundigte.

Die Firma Atmos schickte ihm den angefangenen Verdichter zurück und war nicht weiter interessiert.

Die Firma Deprag stellte die Entwicklung seines Druckluftmotors ein.

Die Firma ABS-Pumpen hatte schon aufgrund eines "vertraulichen Hinweises vom BLKA" schon vor der Eröffnung des Ermittlungsverfahrens als erste alles hingeschmissen. (Dies mußte vorgezogen werden, weil diese zu schnell an seiner Erfindung arbeiteten.)

Die Firma Apparatebau in Gauting brach die Entwicklung seines ölfreien Verdichters ab.

Die Firma Hölz sollte auch alles sofort hinschmeißen, machte aber unerlaubterweise noch etwas weiter, Herr Hölz befolgte aber wenigstens den Befehl, dem Erfinder kein Geld zu geben. Hier hatte der Befehl zur Sabotage höchste Priorität, weil der Erfinder sonst schnell Millionär geworden wäre so wie er es schon in der DDR gesagt hatte. Deshalb war ja auch der Startschuß für die Ermittlungen das Angebot für einen Lizenzvertrag von Herrn Hölz gewesen, für den der Erfinder selbstverständlich nie eine einzige Mark bekommen hat.

Später konnte die Produktion seiner Erfindung auch bei dieser Firma endlich gestoppt werden, nachdem sich ein hoher Offizier darum persönlich gekümmert hatte.

Bei anderen Betrieben wurde alles gleich nach dem ersten Kontakt gestoppt. Je früher dies geschah, um so leichter war es. Man hörte ihn dann gar nicht erst an. Möglich war das nur, weil die Genossen Weber sorgfältig seine Telefonate registrierten. Sollte er doch einen Betrieb besuchen, der ihnen entgangen war, wurde der Erfinder ja außerdem observiert, wobei die bayerischen Beamten diesen Dienst für den SSD gebührenfrei übernahmen.

So hatte die Firma Speck-Pumpen eine Pumpe von ihm getestet gehabt. Als er das zweite Mal mit einer verbesserten Pumpe hin wollte, konnte der Betrieb schon vor seinem Erscheinen vor einem gefährlichen "Spion" gewarnt werden.

Es war das Spiel "Der Hase und der Igel", wobei der Erfinder der Hase war und sich tot lief. Wo er auch hinlief - wir waren immer schon eher da gewesen. Dies funktioniert bis zum heutigen Tage.

Die Genossen waren stolz auf ihren Erfolg, er hätte sich als Leninorden sehen lassen können - wenn nur nicht alles geheim gewesen wäre. Auch hätten wir uns bei den vielen Helfern in der Bevölkerung, der Sportvereine, in der Gemeinde und anderen Behörden, bei der Polizei, dem BLKA und anderen Machtorganen gerne dankbar erwiesen, aber das mußte aus den gleichen Gründen unterbleiben. Das heißt natürlich nicht, dass einzelne Personen nicht belohnt wurden.

Das sozialistische Planziel war erreicht worden: Wir hatten den Erfinder jetzt dort, wo wir ihn hinhaben wollten. Es war der Erfolg des Kollektivs über das Individuum, so wie es der Marxismus-Leninismus lehrte. In der DDR hatten wir das allerdings nie geschafft, was in Bayern möglich war.

Der Erfinder hatte zwar am Ende der Ermittlungsverfahren doch die Akten in die Hand bekommen und er zeigte unsere Genossen an, aber keiner glaubte ihm ein Wort. Auch dieser Erfolg war eine direkte Anwendung der Lehren des Marxismus Leninismus: "Die Lüge muß nur groß genug sein um geglaubt zu werden."


Als ich in den Ermittlungsakten den Brief des BLKA München ans Deutsche Patentamt sah, wußte ich natürlich sofort, was sie dort gesucht hatten. Es ging den Genossen immer noch um die "Fliegende Untertasse", die ich im Untersuchungsgefängnis beim SSD in Potsdam einem als Mithäftling getarnten SSD-Informanten namens Harald Leipold als Nachtisch serviert hatte, damit er mir ein Butterbrot abgab, das er als "extra Verpflegung" regelmäßig bekam. Sie müssen die Geschichte tatsächlich geschluckt haben. Sie müssen tatsächlich geglaubt haben, dass sie meine "Fliegende Untertasse" vor ihrem kommenden Untergang hätte retten können! Wie einfältig die Kommunisten doch waren. Sie ignorierten alles, wenn man ihnen die Wahrheit ins Gesicht schrie; sie glaubten aber alles, wenn man im Beisein einer ihrer vielen Spitzel nur flüsterte!

Sie haben die Unterlagen weder in meinem Haus, meinem Auto, noch beim Patentamt finden können - dafür hatte ich gesorgt. Sie fühlten sich offenbar schlecht dabei, die erfolgsgewohnten Genossen begannen wutentbrannt verheerende Verwüstungen anzurichten, was ihnen in Bayern auch mit spielerischer Leichtigkeit gelang, weil sie - mit Ausnahme des Arbeitsamtes - von sämtlichen Behörden zuvorkommend unterstützt wurden.

Nachdem das BLKA beim Deutschen Patentamt tätig geworden war behandelte man mich dort wie einen Aussätzigen. Wenn ich die Bearbeiter meiner Patente fragte, warum es nicht weiterginge, drucksten sie alle rum. Einer, der etwas mehr Mut zur Wahrheit hatte, sagte mir, dass er nicht weitermachen könne, weil er die Akte nicht mehr hätte; es wäre alles eingesammelt worden, was mir gehörte. Es müsse alles in der Sicherheitsabteilung liegen. Ich dachte, dass ich ab jetzt einen besonderen Schutz genießen würde, dass die Sicherheitsabteilung für die Sicherheit der Erfinder da sei. Jemand von irgendeinem Geheimbund hatte sich vielleicht verdächtig stark für meine Patente interessiert - besonders für ein bestimmtes. Jetzt griff die Sicherheitsabteilung des Patentamtes ein und wollte vielleicht Geheimpatente aus den meinen machen, damit ich einen besonderen Schutz genießen könnte. So kann man sich irren, denn ich glaubte immer noch, dass das Patentamt für den Schutz der Erfinder da sei - und keine Institution sei, die sie verfolgte. So naiv war ich damals noch. Heute sage ich mir (hinterher ist man immer schlauer), dass ich sofort zu einer Zeitung hätte gehen sollen, die dann vielleicht etwa so etwas gedruckt hätte:



Skandal beim Deutschen Patentamt in München

Einem der aktivsten Erfinder in Deutschland hat das Deutsche Patentamt praktisch das Recht entzogen Patente anzumelden. Die Prüfer können seine Patentanmeldungen überhaupt nicht mehr weiter bearbeiten, weil sie alle verschwunden sind.

Dies ist ein einmaliger und unglaublicherWillkürakt, der seinesgleichen in der Geschichte des Patentamt sucht

Seine Patentanmeldungen waren dem SSD schon lange ein Dorn im Auge, denn als "DDR" Bürger war es ihm verboten gewesen Patente in München anzumelden, weshalb es sein Onkel Robert Mikolajek für ihn tat, aber (deshalb) schon verstorben war, als der Erfinder endlich aus kommunistischer Gefangenschaft entlassen worden war.

Dass nun das Deutsche Patentamt seine sämtlichen Patentanmeldungen verschwinden läßt, ist ein höchst alarmierender Vorgang der untersucht werden sollte.

(Der Erfinder glaubt, dass die gleichen Leute, die seinen Onkel ermordet hatten, auch an dieser Aktion beim Deutschen Patentamt beteiligt sind.)

 

Eine derartige Veröffentlichung ist aber nie erschienen.

Ein Erfinder braucht unbedingt das Patentamt, das dazu da sein sollte ihn vor geistigem Diebstahl zu schützen. Es sollte sich in keinem Fall zu keinem Instrument gegen die Erfinder machen lassen! Das Patentamt hätte dem BLKA sagen können, dass sie alle meine Patente und Patentanmeldungen in der öffentlichen Bibliothek einsehen könnten, wenn sie sie sehen wollten. Anderenfalls würden sie auf einen entsprechenden Gerichtsbeschluß warten. (So hatte ja das Arbeitsamt reagiert.) Warum das Patentamt nicht so reagierte, seine eigentliche Aufgabe völlig vergaß und sich voll hinter die Verschwörer stellte, ist bis heute ungeklärt. Es ging ja nur um die Frage, ob ich überhaupt Patentanmeldungen hätte. Das Patentamt wußte dies am besten, jedenfalls besser als das Arbeitsamt. Warum konnten sie mich angesichts der vielen Patentanmeldungen nicht wenigstens für so lange als unschuldig ansehen, bis ich rechtskräftig verurteilt wäre?

Sie haben damit die Interessen aller Erfinder verraten. Außerdem hätten sie die Unterlagen meiner Patentanmeldung "Ringflügler" den Kommunisten direkt in die Hände gespielt, was eine ganz andere Geschichte geworden wäre. Dass sie dies letztlich nicht tun konnten, lag allein an mir. Ich hatte aus Sicherheitsgründen diese Patentanmeldung schon Ende 1979 wieder zurückgezogen, als ich noch bei der Knorr-Bremse GmbH beschäftigt war und feststellen mußte, dass die Behörden in Bayern auf der Seite der kommunistischen Verschwörer waren. Bei der Knorr-Bremse GmbH hatte die Verschwörung ja auch in Bayern angefangen, was niemand übersehen konnte - ich auch nicht.

Ich kann mir heute noch nicht vorstellen, was die Beamten im Deutschen Patentamt dachten, als sie sich geschlossen an der Verschwörung gegen mich beteiligten. In der gesamten Geschichte der Technik waren bisher immer die Erfinder die Opfer von Spionage und Verschwörungen gewesen. Warum sollte dies nun genau umgekehrt sein? Es war außerdem bekannt, dass SSD Agenten in allen Positionen waren, also auch beim BLKA. Warum haben sie sich nicht wenigstens an die Regeln gehalten, und einen Gerichtsbeschluß abgewartet, bevor sie dem BLKA alles mit meinem Namen übergaben und mich aus ihren Listen als Erfinder strichen? Mir bleibt es ein Rätsel, wie sie von den vielen Erfindungen, die sie schon seit meinen "DDR-Zeiten" in ihren eigenen Akten hatten, plötzlich die Brücke zu Spionage geschlagen hatten. Mit welchem Zauberstab haben sie einen ihrer Erfinder plötzlich in einen Spion verwandelt? Kann mir das jemand erklären?

Als Ergebnis der Ermittlungen des BLKA hatte ich schon das Recht auf Arbeit verloren, weil sie mich auf die Schwarze Liste gesetzt hatten. Durch die "Untersuchungen" des BLKA im Deutschen Patentamt hatte ich nun noch das Recht verloren Patente zu bekommen, wodurch die Karriere eines Erfinders eigentlich schon zu Ende war. Gleichzeitig hat das BLKA alle Entwicklungsarbeiten an meinen Erfindungen in bayerischen Betrieben gestoppt.

Hier ein Beispiel:

Nach meiner Kündigung suchte ich neue Firmen für meine Erfindungen.

Gleich nachdem ich bei der Knorr-Bremse GmbH rausgeflogen war, nahm ich im März 1980 Kontakt mit der Firma AOA Apparatebau Gauting in Gauting bei München auf. (Anhang 126) Ich versuchte sie für meinen neuen ölfreien Verdichter zu begeistern. Dies ging nicht so schnell.

Am 24.3.1981, als die "Ermittlungen" also schon in vollem Gange waren, fuhr ich mit dem technischen Leiter (Herrn Rammelmeier) nach Wangen zur Firma Hölz, wo schon die ersten Pumpen liefen. Nur baute Herr Hölz leider keinen Verdichter, so wie ich es ihm empfohlen hatte. (Die Güllepumpe war nicht im Sinne des Erfinders.) Deshalb konnte und sollte eine andere Firma dies übernehmen. Damit später keine Streitereien aufkämen, hatte ich beide Partner zusammengebracht.

Am 3.4.1981 faßte die Leitung der Firma AOA in Gauting dann den Beschluss, meinen Verdichter zu übernehmen (Anhang 127). Ein Plan wurde gemacht (Anhang 128). Mit den Entwicklungsarbeiten wurde begonnen, wobei ich meine Arbeitskraft umsonst zur Verfügung stellte, weil ich glaubte, dass ich später einmal Lizenzgebühren bekommen werde. (Ja - ich war tatsächlich noch so naiv.) Ich fuhr von nun an mit meinem Mercedes regelmäßig zu dieser Firma. Den Ermittlern konnte dies nicht entgehen. Ende September 1981 waren die ersten Teile fertig. Dies war demzufolge ein Grund mehr für den Ersten Kriminalhauptkommissar Mühlbauer beim BLKA am 19.10.1981 seinen berühmt-berüchtigten Brief an den Generalbundesanwalt zu schreiben, in dem er dies alles unterschlägt und nur von "heruntergelassenen Jaaa-lousien" redet.

Danach gerieten die Entwicklungsarbeiten ins Stocken, und das, obwohl wir kurz vor dem Ziel waren - oder besser gesagt, gerade deswegen. Man hatte plötzlich eigenartig klingende Ausflüchte weiterzumachen. Ich komme und mache es selber, sagte ich. Das ginge aber nicht. Das Schreiben vom 27.10.1981 (Anhang 129-130), das also eine Woche nach dem Brief des KHK Mühlbauer an den Generalbundesanwalt geschrieben worden war, zeigt die Situation: Man wollte mir kein Geld zahlen, ja man war nicht einmal in der Lage, mir das Fahrgeld oder die Patentgebühren zu ersetzen. Der Befehl, der dieser Firma gegeben worden war, ist klar zu erkennen:"Wenn ihr schon nicht zu bremsen seid, gebt dem Erfinder aber unter keinen Umständen Geld!" (Dieser Befehl gilt heute noch bei allen Betrieben.)

Die regelmäßigen Besuche bei dieser Firma konnten dem BLKA nicht entgangen sein, da ich offiziell und durch "freiwillige Kräfte" praktisch ständig observiert worden war.

Dieses wird in den Akten aber überhaupt nicht erwähnt, warum wohl?

Dass diese nicht zu übersehenden Aktivitäten des Beschuldigten von den Ermittlern unterschlagen wurden, ist ein klarer Beweis dafür, dass die sog. Ermittlungen nur ein Teil einer groß angelegten Verschwörung gegen mich gewesen waren.

Nur so ist es zu verstehen, dass diese Entwicklungsarbeiten abgebrochen wurden, denn es bestand für die Verschwörer die Gefahr, dass genau das dabei herauskam, was mir bei der Knorr-Bremse GmbH verwehrt worden war - ein neuer ölfreier Verdichter.

Es war ein Wettrennen zwischen denen, die etwas aufbauen wollten, und denen, die es zerstören wollten. Das BLKA hat am Ende gesiegt. Der Betrieb mußte die Entwicklung meines Kompressors einstellen, gerade als er das erste Mal laufen sollte. Wohlgemerkt, es waren keine technischen Probleme mit meiner Erfindung, die zu einem Abbruch geführt hatten. Es hat ja nie einen Probelauf dieses Kompressors gegeben, so dass auch heute noch niemand weiß, wie gut er eigentlich gewesen wäre.

Ich versuchte mit einem Mitarbeiter noch nach Feierabend weiterzumachen, flog aber samt meinem Verdichter raus - aus "Sicherheitsgründen". (Wohlgemerkt - ich arbeitete ohne Bezahlung in dieser Firma.)

Herr Rammelmeier versuchte die Sache noch zu retten, er unterstützte mich und besuchte mich auch öfters bei mir zu Hause. Wir hatten uns sogar angefreundet. Auch dies ist genauestens beobachtet worden. Bezeichnenderweise wurde er aber nie vernommen. Er gehörte ja auch nicht zum SSD, aber der SSD war in Form von Hildegard Manhard mit dabei gewesen.

Die Weichen in einem bayerischen Betrieb zu stellen, war für den KHK Mühlbauer kein Problem. Nur außerhalb Bayerns hatte er nicht diese Macht.


Ein neuer ölfreier Verdichter - eine Entwicklung bei der Firma AOA in Gauting bei München, die durch das BLKA im Auftrage des SSD abgebrochen wurde. So unglaublich wie es klingt. aber der SSD bestimmte einfach, dass dieser Betrieb keine Kompressoren mehr herstellt - genauso wie er es in der ehemaligen "DDR" getan hatte.

Da half es auch nichts mehr, wenn in der Süddeutschen Zeitung ein langer Artikel über diesen Skandal erschien. Alles ging im Sinne des SSD weiter - bis heute.

Die Artikel im Stern und in der Süddeutschen Zeitung

Die Aufgabe der Polizei in Fürstenfeldbruck war es, alle meine Geschäftsbeziehungen außerhalb Bayerns zu zerschlagen, was sie pflichtbewußt auch taten. (Das BLKA hatte als "Geheimpolizei Bayerns" keine Befugnisse außerhalb Bayerns.)

Warum es gerade in Bayerischen Behörden so von SSD-Agenten wimmelt, liegt an der sog. Vetternwirtschaft in Bayern. Diese öffnet alle Tore weit für den SSD. Man mußte nur schon einen "Freund" in dieser Behörde haben, die nächsten wurden dann automatisch hinein-empfohlen. Sobald der SSD also seinen ersten Agenten etabliert hatte, gab es einen nicht endenden Strom von Agenten, der in diese Institutionen hinein führte. Dies zeigte sich letztlich auch darin, dass der BND nicht einmal dem Bundeskanzler die Wahrheit sagte und er sich öffentlich bei den Amerikanern entschuldigen mußte, weil er auf den BND gehört hatte, der zumindest in Pullach nichts weiter als der verlängerte Arm des SSD war.

Ich hatte einmal einer Persönlichkeit in Bonn gesagt: "Den größten Schlag gegen den SSD in der BRD könnten Sie führen, wenn sie solche Organisationen wie den BND schlagartig auflösten." Er hatte nur gelacht, mir war es aber ernst gewesen. Ich glaube aber, dass einige alte Genossen des SSD es bestätigen könnten. Der SSD führte einen Krieg, um langsam und unauffällig in der BRD die exekutive Gewalt übernehmen zu können und war zumindest genauso schlau wie der Aids-Virus, der zuerst alles angreift, was ihm selber gefährlich werden könnte. Ich hatte selbst schon in der DDR gehört, dass sie sich dazu München als erstes Ziel ausgesucht hatten. Insofern ist es kein Wunder, dass gerade München mit SSD-Agenten überschwemmt worden war, dass kein einziges der vielen Attentate der Kommunisten aufgeklärt werden konnte. Solange die alten Ermittler wie ein KHK Mühlbauer die Ermittlungen führen, wird dies auch nie geschehen.

Dabei wäre es so einfach gewesen, auch Bayern von der kommunistischen Pest zu säubern. Wie? Der kleine Sohn meiner SSD-Nachbarn hatte es mir gezeigt - mit gesundem Menschenverstand und einem gesunden Gerechtigkeitsgefühl. Er hatte mir aus freien Stücken heraus gesagt, was er auf diesem Hof nicht richtig fand, dass seine Eltern mein Telefon abhörten und andere in mein Haus gingen. So brachte er mich auf die richtige Spur der SSD-Agenten auf diesem Hof. Er kannte sich noch nicht in Gesetzen aus, er fand aber, dass hier Unrecht auf diesem Hof geschah. Man hätte wirkliche Agenten leicht überführen können, aber außer mir hat niemand auf solch kleine Stimmen gehört, dann schon eher auf seinen Vater, der ein ausgelernter Meister in Sachen Verschwörungen war. Er wußte z.B. genau, dass man in Bayern Freund und Feind nicht etwa durch irgendwelche Gesetze unterschied, die in Bonn - also außerhalb Bayerns - gemacht worden waren, sondern durch über Jahrhunderte eingeschliffene ungeschriebene bayerische Gesetze. Diese waren viel einfacher und Analphabeten wurden nicht ausgeschlossen. Man mußte in Bayern "dazugehören", d.h., "Grüß Gott" sagen und in einem Fußballclub bei viel Bier im Chor mit grölen, wobei ein langer Titel wie "Polizeiobermeister" oder "Erster Kriminalhauptkommissar" von Nutzen ist. Dann hieß es "alle für einen - einer für alle". Dann gehörte man dazu und alle machten alles für einen - für ein Maß Bier. Man hatte dann nur noch die Marschrichtung einzugeben, alles andere lief dann wie von selbst ab, ob es illegale Haussuchungen, ein Meineid waren, oder ob es einfach darum ging einen verhaßten Preußen aus Bayern hinaus zu prügeln, spielte dann keine Rolle mehr. Man hielt zusammen wie ein Herz und eine Bayern-Seele. Wenn sich der Eindringling beim Gericht beschweren will, wird alles als "Schmarren" zurückgewiesen. (Auch ein Richter spielt manchmal Fußball.)

Dies ist letztlich auch der Grund, warum bayerische Behörden jahrelang ein Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft weiter verfolgen konnten, ohne dass sie irgend jemand daran hinderte. So machte also die Polizei in Fürstenfeldbruck genau das, was ihnen vom BLKA- sprich SSD - aufgetragen worden war.

Hier nur ein Beispiel, wie perfekt die Zusammenarbeit zwischen SSD, BLKA und Polizei funktionierte. Der SSD befürchtete (wieder durch abgehörte Telefonate), dass ich nach West-Berlin zurück gehen werde (Wenn ich es nur getan hätte!), was das Ende der Verschwörung bedeutet hätte. Deshalb beauftragte der SSD die Polizei in Fürstenfeldbruck, dies zu verhindern:

Die Polizei registrierte zwei Flüge nach West-Berlin und wollte von mir wissen wo ich gewesen war. Ich war in der Maschinenfabrik Berlin/Spandau gewesen und hatte dort nach der ersten Pumpe im Jahre 1978, nun meine neueste Erfindung vorgeführt. Sie waren auch interessiert und ich war drauf und dran, nach Berlin zurück zu gehen. Dies befürchtete auch der SSD. Er mußte mich in Bayern behalten, da sonst die viele "Arbeit" umsonst gewesen - die ganze Verschwörung zusammengebrochen wäre. Darum schickte er die Polizei auch in diesen Betrieb, die sich"diskret" über mich erkundigte. Im Gegensatz zum BLKA machte die Polizei nun sogar Aufzeichnungen, wie sie meine Geschäftsbeziehungen zerschlug. Deshalb kann dieses Beweisstück veröffentlicht werden. (Anhang 136) Es ist die Seite 203 meiner Akte und August 1982. Dort wird nicht wegen irgendwelcher Untersuchungen einfach nachgefragt, ob ich tatsächlich bei dieser Firma gewesen war und eine Erfindung angeboten hätte, nein, als erstes wird - bei Funkübermittlung verschlüsselt - der Berliner Polizei bekanntgegeben, dass gegen mich bei der StA bei dem BOLG München - Az. ObJs I 57/81 - ein Erm.-Verfahren wegen Verd.d.geheimdienstl.Agententätigkeit anhängig ist, was gleich zweimal erwähnt wird, damit es niemand aus Versehen überliest.

Die Firma bestätigte, dass alles der Wahrheit entsprach, worum es aber überhaupt nicht ging. Es ging schlicht um die Nachricht: Ihr hattet einen Ostspion eingeladen und ihm auch noch das Fahrgeld bezahlt, das solltet ihr nie wieder tun!

Von all dem nichts ahnend machte ich zusammen mit der Firma die Konstruktion einer neuen Pumpe. Ich wunderte mich nur, warum die Firma alles abbrach. Es kam zu keinem Lizenzvertrag, zu keiner Einstellung und demzufolge zu keinem Umzug nach Berlin. Ich saß weiterhin in der bayerischen Falle fest.

Der SSD hatte wieder einmal gewonnen, und zwar mit Hilfe der Polizei. In dieser Art arbeiteten der SSD und die Polizei bzw. das BLKA immer zusammen. Die Einen gaben die Befehle - die Anderen führten sie aus. Es gab nie einen Beamten, dem das Gewissen schlug, oder der sich fragte, nachdem er hörte, dass der Beschuldigte tatsächlich eine Erfindung angeboten hatte: "was machen wir hier eigentlich?

Man sollte nicht glauben, was "heruntergelassene Jalousien" in Bayern für eine Wirkung haben können - oder besser gesagt, wie leicht es für den SSD war, in Bayern die Regierungsgewalt - zumindest in Bezug auf meine Person - zu übernehmen und den Leichtgläubigen dieser Welt den Schildbürgerstreich der "Ermittlungen wegen heruntergelassener Jalousien" vorzuspielen.

Nachdem alle meine Reisetätigkeiten überprüft worden waren, war nur ein einziger Grund für alle meine Reisen klar zu erkennen gewesen: Ein Erfinder bot im ganzen Lande seine Erfindungen Betrieben an. Dies konnte keinem Ermittler entgehen.

Hier wäre nun wieder ein guter Grund gewesen, die Ermittlungen einzustellen. Die Polizei gab aber nicht auf, sie folgten stur ihrer eigentlichen Aufgabe. Sie ermittelten auch noch den letzten Betrieb, der sich mit meinen Erfindungen beschäftigte und zwangen ihn - in engster Zusammenarbeit mit dem SSD - zur Aufgabe der Geschäftsbeziehungen zu mir. Es waren über ein Dutzend Betriebe, die sich schon mit meinen Erfindungen beschäftigten und die Ermittler erwischten sie alle. Sie ließen keinen aus. Dass dies der Wahrheit entspricht, brauchte man diese Betriebe nur zu fragen. Sie können alle bestätigen, dass sie zu dieser Zeit einmal angefangen hatten, sich mit einer Erfindung von mir zu beschäftigen. Warum dies dann abgebrochen wurde, werden die Meinungen möglicherweise weit auseinander gehen, weil sich viele scheuen werden die Wahrheit zuzugeben. Sie werden aber zugeben müssen, dass es passierte, nachdem sie "vertrauliche Informationen" über mich bekommen hatten.

Bei allen Maßnahmen des SSD gibt es immer eine zeitliche Korrelation zu den Ereignissen, die sie im Fadenkreuz haben. Alles andere können sie perfekt verschleiern, nur das nicht. Erst mit meinem Umzug nach München (in Berlin konnten sie vielleicht mein Telefon gar nicht abhören) begannen meine Geschäftbeziehungen zu zerbröckeln. Das BLKA machte darüber allerdings keine Aufzeichnungen - jedenfalls keine offiziellen.

Die Polizei aber machte welche, weshalb ich heute die Beweise gegen sie in der Hand habe. So ist es dokumentarisch belegt, dass sie nicht nur meine bis dahin guten Geschäftsbeziehungen zu einer Berliner Pumpenfirma zerschlugen, sondern dies auch in anderen Firmen taten, z.B. in Wangen bei der Firma Hölz taten. Sie mußten es tun, denn sie hatten den Erfinder immer noch nicht erledigt - er hatte 7 Leben. Es läßt sich nachvollziehen, wie sie auch noch bei der letzten Firma meinen Namen in den Schmutz zogen und meine Geschäftsbeziehung zerschlugen.

Zunächst wird der Polizei - nun in Kempten - wieder mitgeteilt, dass ich ein Spion sei und sie mit dieser Meldung zur Firma Hölz gehen sollten. Als Vorwand sollten sie irgendwelche Angaben überprüfen. Auf Seite 206 bzw. 707 meiner Akte (Anhang 138) ist die Antwort:

"Die Angaben des W. sind nach Auskunft der Firma Hölz GmbH, Wangen... richtig. Herr Hölz gab seiner Befragung am 26.6.82 an, dass Herr W. im Pumpenbau eine revolutionäre Erfindung gemacht habe, welche beim Patentamt in München eingetragen sei. Nach nunmehr zweijähriger Entwicklungszeit bei der Firma Hölz in Wangen bestehe z.Z. eine sogenannte Nullserie mit 15 Pumpen. Sollten diese sich im Dauerbetrieb bewähren, werde ab Januar die Serienproduktion beginnen.

Herr W. habe pro verkaufter Pumpe 150,- bis 300,- DM Lizenzeinnahmen.

Herr Hölz rechnet mit einer Produktionsleistung von ca. 2000 bis 3000 Pumpen pro Jahr."

Gezeichnet

Sb: Madlener pdkp ravensburg, az room 2 d/st/ma-2565/82, vs-nfd, weiler+

 

Diese Aktion ist ebenfalls beides: Spionage und Sabotage im Auftrag des SSD.

(Wozu fragt die Polizei z.B. sonst nach voraussichtlichen Produktionszahlen bei der Firma Hölz?) Der SSD kannte den Namen Hölz, wußte aber nichts genaues.

Als einfachste und sicherste Methode der Spionage in der BRD schickte der SSD die Polizei zur Firma Hölz, um Genaues zu erfahren, was diese Firma mit meiner Erfindung vorhatte.

So erfuhr der SSD noch einmal von der Polizei alles schwarz auf weiß, was er schon befürchtet hatte. Jetzt wußte des SSD also exakt was er zu verhindern hatte. Deshalb hatte Herr Hölz mehrmals Besuch von Offizieren des SSD und bezahlte mir keine einzige Mark.

Hiermit ist die Katze nun aus dem Sack und ein zweiter Grund für das Ermittlungsverfahren deutlich erkennbar. Man muß nur noch eine kleine Rechenaufgabe machen: Nimmt man nur das Minimum der angegebenen Zahlen so ergibt sich ein Jahresverdienst von mindestens 2000 x 150,-DM = 300 000,-DM im Jahr.

Wenn jemand bisher gezweifelt hat: Hier ist ein konkretes Motiv für die Verschwörung, die unter dem Deckmantel eines Ermittlungsverfahrens gelaufen ist, denn dieses Einkommen würde vielleicht sogar über dem des Generalbundesanwalts liegen, der dieses Verfahren gegen mich leitete. Das Motiv trägt außerdem typisch kommunistische Züge: Alle sollen gleich (arm) sein. Vielleicht hatte Hauptmann Wagner selber auch noch das Maximum der künftigen (ab Januar 1883) Einnahmen des verhaßten Erfinders ausgerechnet:

3000 x 300,-DM = 900 000,-DM. Selbst wenn diese Zahl zu hoch gegriffen war (Die Verdichterproduktion ist hier aber noch gar nicht enthalten.), war dies mit Sicherheit ein Alptraum für ihn, denn damit würde sich das bewahrheiten, was der politische Gefangene Nr. Zigtausend und...zig allen - auch ihm - frech ins Gesicht gesagt hatte: dass er in wenigen Jahren im Westen Millionär sein werde. Wenn das die Zurückgebliebenen hören würden - nicht auszudenken. In seinem Alptraum sah er Millionen von DDR-Bürgern, die alle plötzlich Ideen bekamen, auf seinem Bauch rumtrampelten, weil sie alle raus wollten.

Jetzt wurde der Kampf gegen den verdammten Erfinder für ihn eine persönliche Angelegenheit. Es wurde nun, wie alles unter den Händen der Kommunisten, eine reine Machtfrage. Wozu hatte er schließlich eine Armee von Agenten aller Schattierungen in allen Institutionen, denen er nur zu befehlen brauchte - die von einer Denunziation über eine Entführung bis zum Mord alles für ihn machten? Ich hingegen war alleine und niemand half mir im Kampf gegen die Kommunisten - ich hatte keine Chance.

Ob ich die angekündigten Lizenzgebühren, also die Früchte meiner Arbeit ernten konnte oder nicht, wurde nun eine Kraftprobe zwischen dem übermächtigen SSD und mir, zwischen Davit und Goliath.

All diese Polizeiaktionen gegen mich wurden selbstverständlich vor mir geheim gehalten. (Sonst hätte sich das Opfer ja eventuell wehren können.)

Ich glaubte, dass ich bald in ein eigenes Haus ohne böse Nachbarn ziehen könne, dass ich mit den Lizenzeinnahmen auch einen eigenen Betrieb gründen könnte etc - Hauptmann Wagner hatte andere Ideen.

Mit so viel Geld in den Händen, würde der Erfinder für den SSD zu gefährlich werden - das wußte der schlaue Hauptmann. Deshalb sollte ich keine einzige Mark von diesem Lizenzvertrag bekommen - und der SSD handelte. Als Ergebnis ließ mich Herr Hölz nicht mehr in seinen Betrieb rein und - anstatt zu besprechen, was es gerade zu besprechen gab - fragte er mich nur noch - wen ich denn umgebracht hätte.

Herr Langer, der eine Unterlizenz hatte, rief mich nach dieser Aktion wütend an und beschimpfte mich: Aus dem "Wunderkind" war plötzlich ein "Scharlatan" geworden...

Seit diesem Tage an glaubte er mir kein Wort mehr. Die Pumpen wurden nicht mehr nach den Angaben des Erfinders gebaut. Sein Name wurde nur noch genannt, wenn festgestellt wurde, dass irgendetwas nicht funktionierte. Dann war der Erfinder an allem schuld. Sie benahmen sich wie jemand, der sich über den Erfinder des Messers ärgert, weil er sich gerade geschnitten hat.

Es ist ein klassisches Beispiel von subtiler Sabotage, wie es sich nur jemand wie Hauptmann Wagner ausdenken konnte: Die Unternehmer werden sich selber sabotieren, natürlich ohne es selbst zu merken - und am Ende werden alle Beteiligten glauben, dass der Erfinder selber alles sabotiert hätte. Der Hinweis des Erfinders, dass der SSD etwas damit zu tun haben könnte, wird weit von sich geschoben, weil er völlig aus der Luft gegriffen und einfach absurd ist, denn er selber wurde von den Behörden als Spion gebrandmarkt - und die Behörden würden dies niemals mit einem Unschuldigen tu - Ende des Denkens.

Dies hat aber nicht nur etwas mit dem SSD zu tun - dies ist ein SSD-Meisterwerk!

Ein Fünfjähriger würde es verstehen: Der SSD wußte genau die empfindlichste Stelle zu treffen, also die Kommunikation zwischen dem Erfinder und der Betriebsleitung zu unterbrechen. Sie wußten aus Erfahrung, dass man auf die Nase fiel, wenn man etwas nicht haargenau so machte, wie es der Erfinder vorschrieb, besonders dann, wenn man nicht verstand, warum etwas gerade so war und nicht anders.

Wenn also die Chefs eines Betriebes hörten, dass ihr Erfinder in Wahrheit ein verkappter Spion oder irgendein anderer Schwerverbrecher war und nicht sofort alles hinschmissen, machten sie alleine weiter. Sie würden ihm kein Wort mehr glauben. Und ohne seine Anleitung liefen sie in Probleme, die sie nicht lösen konnten - woran selbstverständlich letztlich wieder der Erfinder, Spion - oder was auch immer er sei, schuld war - Ende der logischen Kette. Dies war eine scharfe Waffe des SSD. Ausgezeichnete Arbeit Genossen!

Und wenn dies nicht reichen sollte, hatte der SSD noch mehr Eisen im Feuer...

Wenn der skeptische Leser einige Kapitel vorher noch geglaubt hatte, dass die zeitliche Korrelation der Briefe von Herrn Hölz und dem Polizisten Erhard vielleicht doch nur Zufall waren, so kommt jetzt eine Erkenntnis dazu: Dieser Zufall hat einen Namen: Er heißt SSD.

Der SSD ist der Zufall!

Das "Ermittlungsverfahren" - sprich die Verschwörung - hatte mit dem Abschluss des Lizenzvertrages begonnen und endete mit seiner Zerschlagung. Die zeitlichen Korrelationen könnten nicht besser sein. Die Polizei lieferte damit selber den Beweis, dass der Lizenzvertrag mit der Firma Hölz eines der Hauptangriffsziele des Ermittlungsverfahrens war, denn für die zukünftigen Lizenzgebühren interessierte sich nur der SSD, kein Polizist. Kein Staatsanwalt hatte je danach gefragt. Nur der SSD brauchte diese Informationen, um zu verhindern, dass ich jemals Lizenzgebühren bekomme. Insofern haben sie auch für den SSD gearbeitet, ob sie es selber wußten oder nicht, ob sie es jemals einsehen werden oder nicht, ob sie es jemals zugeben werden oder nicht. Denkt an die Worte eines großen Kommunisten: "Die besten Agenten sind diejenigen, die überhaupt nicht wissen, dass sie welche sind."

Ob bewusst oder unbewußt, die Polizei hörte mit ihren "diskreten Nachfragen" nicht auf, bevor auch noch der letzte Betrieb verschreckt worden war. Das Schlüsselwort war immer das Gleiche: "Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts geheimdienstlicher Agententätigkeit" - sie sagten nie den "wegen heruntergelassener Jalousien". Es wirkte immer. Man darf dabei nicht vergessen, dass die Beziehung zwischen einem Erfinder und einem Betrieb in der Anfangsphase äußerst verletzlich ist. Wenn der Betrieb mit der Entwicklung eines neuen Produkts beginnt, kostet das viel Geld, weshalb sie dem Erfinder voll vertrauen müssen. Die kleinsten Zweifel veranlassen sie, lieber nichts zu machen.

Mit dieser wirksamen Methode war auch der letzte Betrieb ermittelt und aufgefordert worden, alle Arbeiten an meinen Erfindungen einzustellen und mir auf keinen Fall Geld zu geben, was der SSD auch kontrollierte. Er hatte dazu die Genossin Margot Schulenburg bei meiner Bank, die meine Kontobewegungen überwachte und die Genossin Hildegard Manhard, die überall dabei war, wo etwas besprochen wurde.

(Mich hatte es damals gewundert, dass mir bei der Firma Langer etwas Geld buchstäblich unterm Tisch gegeben worden war. Heute weiß ich warum.)

Es gibt noch mehr Beweise, dass die Ermittler im Auftrage des SSD spionierten und sabotierten:

Sie stellten sich dumm, damit sie bei der Firma Hölz offiziell auftauchen konnten, dabei wußten sie längst, dass die Firma Hölz meine Erfindung übernommen hatte, denn es war

bereits öffentlich geworden. Die ersten Pumpen, die die Firma Hölz mit meiner Erfindung baute, wurden direkt unter ihrer Nase ausgestellt. Alles war öffentlich und jeder hätte sich Informationen holen können, also auch die Polizei und das BLKA, ohne Schaden anzurichten. Dies war aber nicht im Sinne des SSD. Es war die gleiche Methode wie beim Patentamt. Sie machten keine halben Sachen. Ein Erfinder braucht das Patentamt, Lizenznehmer und ein Zuhause. Sie sollten mir alles nehmen - so lautete der Auftrag. Der SSD saß nur dabei, lehnte sich behaglich zurück, und überwachte aus sicherer Entfernung die zerstörerische Arbeit der Ermittler.



Die Drehkolbenmaschine des Erfinders Wolfhart Willimczik als Pumpe bei der Landwirtschaftsausstellung 1981 auf der Teresienwiese in München. Trotz der Repressalien war ihm dieser Erfolg unter den Augen der Ermittler gelungen. Als Antwort schaltete sich der SSD-freundliche Generalbundesanwalt mit ein und machte aus dem nun schon erfolgreichen Erfinder Kraft seines hohen Amtes mit einem Federzug einen Spion.

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